„Ich hasse Physik”, sagt Doris und schmeißt sich ihre Schulmappe über die Schulter. Sie läuft im Zickzack, um nicht auf die Lücken zwischen den Steinplatten zu treten.
„Ich kann Physik auch nicht leiden“, sage ich. „Der Kirchner ist echt blöd.“
12. Tag nach Rotkohl
„Haste gestern sehr viel Ärger bekommen?“ Doris schmeißt sich die Schulmappe über die Schulter und achtet wie immer auf die Striche zwischen den Steinen.
„War nicht so schlimm“, winke ich ab.
13. Tanzunterricht
Bald ist Jugendweihe, aber vorher gibt es Tanzunterricht. Und der ist natürlich genau in der Gaststätte, wo meine Mama arbeitet.
Oben im großen Saal stehen wir uns in Reih und Glied gegenüber, auf der einen Seite die Jungs auf der anderen wir Mädels.
14. Jugendweihe
Heute ist der große Tag. Heute werde ich in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen. Um es kurz zu sagen: Heute ist meine Jugendweihe.
„14. Jugendweihe“ weiterlesen15. GST-Lager
“FDJler stillgestanden! Ich begrüße euch mit dem Gruß der Freien Deutschen Jugend. Freundschaft!”, brüllt der Mann in Uniform.
“Freundschaft!”, schallt es zwischen den Baracken und Zelten.
16. Teddy
“Na. da biste ja endlich!“ Meine Schwester hüpft wie verrückt vor mir herum, die Hände auf dem Rücken.
„16. Teddy“ weiterlesen17. Silvester
Heute ist Silvester und ich darf etwas länger draußen bleiben, was man ja auch mit 15 Jahren erwarten kann.
Mama ist schon zur Arbeit gegangen und meine Geschwister spielen mit ihren Freunden.
18. Prüfungszeit
Wir müssen jetzt nicht mehr regelmäßig zur Schule. Die mündlichen Prüfungen für den Abschluss der 10. Klasse haben begonnen. Heute habe ich keine Prüfung. Mit Doris, Petra und Joachim fahre ich an den Badesee.
„18. Prüfungszeit“ weiterlesen19. Flucht nach Berlin
Die ganze Nacht habe ich kein Auge zugemacht. Als der Morgen dämmert stehe ich leise auf, gehe in die Küche, nehme mir einen Kanten Brot, ein Stück harte Wurst und ein kleines Messer. Vorsichtig öffne ich die Wohnungstür, laufe die Treppen runter in den Keller, hole mein Fahrrad und fahre los. Zwar weiß ich nicht, wohin. Aber das ist auch egal. Ich will nur weg, ganz weit weg.
Ich fahre den ganzen Tag, immer der Nase nach. Gegen Abend komme ich in eine kleine Stadt.
20. Berlin
Es beginnt zu dämmern, als ich die Stadt erreiche. Den ganzen Tag habe ich nichts gegessen. Ich habe Hunger und Durst. Die Stadt ist so groß. Es gibt so viele Menschen und ich bin allein. Ich setze mich auf eine Parkbank. Was soll ich nur machen? Am besten wäre es, zu sterben. Wie soll es bloß weitergehen? Ich heule.
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